Am Sonntag, den 27. Juli, wurde in Turnberry (Schottland) ein Handelsabkommen zwischen der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, und dem US-Präsidenten Donald Trump über die von den USA verhängten Zölle auf Produkte aus der Europäischen Union geschlossen.
Seit dem 2. April droht Präsident Trump der EU und ihren Wirtschaftszweigen fortlaufend mit einseitigen Strafzöllen – insbesondere auf Wein und Spirituosen. Angesichts dieses Drucks hat die EU-Kommission, die im Auftrag der Mitgliedstaaten handelt, sich entschieden, um jeden Preis Stabilität zu gewährleisten – auf Kosten eines ausgewogenen Kräfteverhältnisses mit Washington.
In der jetzigen Form könnte dieses Abkommen mehrere Wirtschaftssektoren erheblich benachteiligen. Die AREV kritisiert, dass ein so strategischer Kompromiss ohne jegliche Transparenz gegenüber dem Weinsektor getroffen wurde. Dies erweckt den Eindruck, dass die EU kein Interesse daran hat, ihre landwirtschaftlichen Interessen zu verteidigen.
Der Präsident der Versammlung der Europäischen Weinbauregionen (AREV), Franck LEROY, äußerte seine tiefe Besorgnis:
„Das Fehlen jeglicher Klarstellung zum Weinsektor in diesem Abkommen ist besonders beunruhigend. Nach einem Vorschlag für den EU-Haushalt 2027–2034, der die GAP auf ein Minimum reduziert, ist dies ein weiterer Schritt zur Ausgrenzung des Weinbaus.“
Die Zahlen sprechen für sich: Die USA importieren jährlich rund 5,4 Milliarden US-Dollar an Wein und 3,2 Milliarden US-Dollar an Spirituosen aus der EU. Diese Exporte bedeuten weit mehr als nur wirtschaftlichen Wert: Sie verkörpern Know-how, Lebensart und ein gemeinsames Kulturerbe – und tragen zur Lebendigkeit unserer Weinregionen bei.
Franck LEROY schließt mit den Worten:
„Nur ein starkes, souveränes und geeintes Europa wird respektiert, kann sich in internationalen Verhandlungen Gehör verschaffen und seine Regionen wirksam schützen. Der Weg ist noch lang. Aber eines ist sicher: Unterwerfung hat noch nie zum Erfolg geführt.“